Immer wieder hört man den Begriff "krisensicheres Feuerwehrhaus". Dabei werden meist aber zwei Dinge in einen Topf geworfen, die man in vielen Fällen aber getrennt betrachten sollte:

1. Die Ausstattung eines Feuerwehrhauses mit all der erforderlichen Technik um es im Fall einer Krise (Blackout, etc.) in seiner Funktion als Feuerwehrhaus zu erhalten. Dabei geht es rein um feuerwehrspezifische Anforderungen wie Sirene, Alarmierung, Heizung, Licht, Kommunikation, Verpflegung der Feuerwehrmitglieder während Einsätzen, Aufbau einer Einsatzleitung, Datenleitungen und EDV. In diesem Fall dient das Feuerwehrhaus nur seinem grundeigenen Zweck, als Stützpunkt und Organisationszentrale der Feuerwehr zur Abwicklung von Feuerwehreinsätzen. Diese Anforderung ist sicher ohne größere Probleme, mit relativ geringem technischen Aufwand umsetzbar. Ein zentraler Punkt dafür ist eine Notstromversorgung. Damit ist die Frage der Alarmierung, Beleuchtung und Heizung abgedeckt und eine Funktion des Feuerwehrhauses ist weitgehenden im "Normalbetrieb" gegeben.

2. Der zweite Punkt ist in vielen Fällen sicher weit umfangreicher und bedarf nicht nur technischer, sondern großteils auch organisatorischer Maßnahmen. In diesem Fall soll das Feuerwehrhaus auch als Sammelzentrum für die Bevölkerung dienen. Grundsätzlich sollte gerade während Krisen versucht werden, die Feuerwehr so gut wie möglich als Einsatzorganisation für Notfälle zu erhalten. Ein erhöhtes Risiko für einen Blackout besteht während Extremwettersituationen (Sturm, Kältewelle, Trockenheit). Durch vermehrtes hantieren der Bevölkerung mit offenem Licht und Feuer, durch den Ausfall aller Verkehrsleitsysteme und Straßenbeleuchtungen sowie durch Unwetterschäden, ist zu erwarten das gerade bei länger andauernden Stromausfällen mit einem erhöhten Aufkommen von Bränden, Verkehrsunfällen und Sturmschäden zu rechnen ist. Aus diesem Grund sollte die Feuerwehr auf jeden Fall in ihrer Funktion erhalten bleiben und nicht schon vorab Mannschaft und Gerät in die Notversorgung der Zivilbevölkerung eingeplant werden. Die Feuerwehrmitglieder sind privat im gleichen Umfang von der Krise betroffen. Daher kann man nur mehr von einem reduzierten Mannschaftsstand ausgehen. Wer zu Hause nicht vorgesorgt hat, wird sicher in erster Line an seine Familie denken und nicht zur Feuerwehr gehen, um anderen zu helfen.

In kleinen Ortschaften, in denen das Feuerwehrhaus das einzige öffentliche Gebäude ist, kann dieses sicher auch zum Krisenzentrum ausgebaut werden. Die Feuerwehr kann (soll) natürlich, gemeinsam mit der Gemeinde, bei allen Vorarbeiten und der Organisation im eigenen Haus maßgeblich beteiligt sein. Im Ernstfall handelnde Personen, sollten jedoch nicht unbedingt Feuerwehrmitglieder sondern im Krisenfall verfügbare Zivilpersonen sein, um wie schon oben beschrieben, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr für  wirkliche Feuerwehreinsätze zu erhalten. In kleineren Strukturen kann man damit rechnen das ein guter Teil der Bevölkerung sich selbst versorgen wird können, da Heizmöglichkeiten (ohne Strom) und Lebensmittelvorräte in vielen Häusern vorhanden sind. Auf Grund dieser Tatsache und der niedrigen Bevölkerungszahl, wird der Andrang im Krisenzentrum überschaubar und bewältigbar sein. 

In größeren Orten ist natürlich auch mit einem höheren Einsatzaufkommen zu rechnen. Daher ist es in diesem Fall sicher empfehlenswert, eine genaue Erhebung zu machen, ob eine Ansammlung von Zivilpersonen im Feuerwehrhaus die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr behindert oder gar gefährdet. Im Gegenzug können natürlich auch Zivilpersonen durch Aus- und einrückende Feuerwehrfahrzeuge gefährdet werden. Im Feuerwehrhaus muss natürlich auch die erforderliche Infrastruktur zur Versorgung und Verpflegung größerer Menschenansammlung vorhanden sein. In Orten und Städten mit höheren Bevölkerungszahlen und einem großen Anteil an Wohnungen, wird die Eigenversorgungsfähigkeit der Bevölkerung bei weitem nicht so hoch sein. Daher wird der Andrang auf Krisenzentren um vieles größer sein. Solche Orte kommen sicher nicht mit einem Krisenzentrum aus und schon gar nicht, wenn es sich dabei um die Räumlichkeiten der Feuerwehr handelt, die in dieser Situation vermehrt von der Feuerwehr selbst benötigt werden.

Je nach Bevölkerungsanzahl muss die erforderliche Anzahl an Krisenzentren ermittelt werden. Als Räumlichkeiten bieten sich Gemeindehäuser, Schulen, Kindergärten aber auch Gasthäuser an. Nur eine gute Planung und Organisation vorab, kann die Funktion und die Sinnhaftigkeit von Krisenzentren sicherstellen. Siehe "lokales Krisenzentrum"