An der oberen Grenze des sicheren Netzbetriebs

Genau zwei Wochen nach dem nach wie vor unerklärlichen Frequenzabfall auf 49,8 Hertz die nächste alarmierende Beobachtung. Am 24. Jänner stieg um 6 Uhr Früh die Frequenz auf fast 50,2 Hertz und erreichte damit die obere Grenze (lokal sogar darüber) für den sicheren Netzbetrieb (50,2 Hz). Wir wissen nicht wirklich, was bei einer großflächigen Überschreitung von 50,2 Hertz passieren wird.

Bisher sind keine Hintergründ bekannt. Es ist aber auffallend, dass diese Ereignisse immer im Zusammenhang mit dem Stundenhandel aufgetreten sind. Möglicherweise schaukelt sich hier etwas auf!? In komplexen Systemen gibt es eine Tendenz, dass Verzögerungen in einer Rückkopplung ein System zum Schwingen bringen kann. Das wäre sehr gefährlich, da es damit in weiterer Folge zu einem „Überschießen“ kommt, wofür das europäische Verbundsystem nicht ausgelegt ist!

Analysen von netzfrequenz.info

Eine derart hohe Frequenz wurde von netzfrequenz.info bisher noch nie gemessen. Seine Aufzeichnungen reichen bis Mitte 2011 zurück. Am 13.12.2011 wurde eine Frequenz von ~50,15 Hz als bisheriges Maximum erreicht. 50,14 Hz gab es danach noch zweimal. Die aktuelle Abweichung ist deutlich darüber.

190124 - Netzfrequenz 50,17 Hertz 1

190124 - Netzfrequenz 50,17 Hertz 1

 

„So hätte ich den -Verlauf erwartet (etwas Statistik aus den letzten Jahren). sorgt morgens zum immer für Aussreisser nach oben. Aber nicht so! Vor 6:00 Uhr auch schon sehr zappelig.“

190124 - Netzfrequenz 50,17 Hertz 3

 

Netzfrequenz am 25.01.19

Markus: „Häuft sich in letzter Zeit zum Stundenwechsel, dass die Netzfrequenz nicht meinen statistischen Erwartungen entspricht. Musste für das Bild schon wieder die Skala erweitern. Muss ich jetzt noch die Statistik modifizieren, damit es wieder passt?“

Weitere Analysen von netzfrequenz.info

 

Analysen von gridradar.net

Am Morgen des 24.01.2019 um 0600 Uhr kam es zu einem kurzzeitigen Überschwingen der Frequenz im europäischen Stromnetz. Die über 1 Sekunde gemittelte Frequenz betrug mancherorts kurzzeitig 50,193 Hz, war also nahe der 50,2 Hz Grenze. Diese Grenze ist möglicherweise eine Problematik, die einen Blackout verursachen könnte. Überfrequenzen entstehen, wenn mehr Leistung von Kraftwerken eingespeist wird, als von Verbrauchern in genau diesem Moment abgefragt wird. 

Die Höhe der Frequenzabweichungen war regional unterschiedlich stark ausgeprägt. Den stärksten Ausschlag haben wir an unserer Meßeinrichtung in Wien verzeichnet, wo die Frequenz teilweise auf 50,193 Hz anstieg, an anderen Stationen haben wir in der Spitze rund 50,175 Hz gemessen. Die Ursache für dieses Phänomen kennen wir noch nicht.

 

 

Quelle: www.saurugg.net